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Tiefenrausch

    Als „Tiefenrausch“ oder Stickstoff-Vergiftung bezeichnet man beim Tauchen mit Pressluft die Nervenfunktionsstörungen durch den zunehmenden N2-Teildruck in größeren Wassertiefen. Eine solche N2-Vergiftung kann bei Teildrücken ab ca. 3,2 bar auftreten.

    Wird unter Wasser Pressluft geatmet, so entspricht dies einer Tauchtiefe von 30 m.

    Auftreten

    Die Empfindlichkeit für das Auftreten von Symptomen ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Auch bei derselben Person gibt es von Tag zu Tag erhebliche Schwankungen in der Anfälligkeit für eine N2-Vergiftung. Verschiedene Faktoren können das Auftreten eines Tiefenrausches begünstigen.

    Die Reihe dieser Risikofaktoren ist lang und trotz Beachtung aller Faktoren kann ein Tiefenrausch nie sicher ausgeschlossen werden.

    Wirkung

    Stickstoff wirkt beim Menschen ähnlich wie ein Narkosegas, nur wesentlich schwächer. Die Anfangsstadien dieser Stickstoff-Narkose sind einem Alkohol- oder LSD-Rausch vergleichbar. Die möglichen Symptome werden oft vom betroffenen Taucher selbst überhaupt nicht wahrgenommen.

    In der Regel fällt der Tiefenrausch zuerst seinem Tauchpartner durch ungewöhnliches Verhalten auf. Wird mit Gasgemischen getaucht, die durch Mischung von Pressluft und O2 einen insgesamt reduzierten N2-Anteil haben, so kommt es entsprechend dem N2-Teildruck erst in größeren Tauchtiefen zu Tiefenrausch-Symptomen. („Enriched-Air-Diving“ oder „Nitrox-Tauchen„)

    Ursache

    Die wahrscheinlichste Hypothese über die Ursache des Tiefenrausches erklärt die narkotische Wirkung des N2 damit, dass sich dieses sehr gut fettlösliche Gas in den fetthaltigen Teilen der Zellmembran löst und, bildlich gesprochen, zu einer „Aufquellung“ der Membran führt.

    An den „Synapsen„, Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen, über welche die Nervenimpulse weitergegeben werden, kann eine solche „Aufquellung“ zu einer Verzögerung der Impulsweitergabe zur nächsten Nervenzelle führen.

    Vergleicht man verschiedene Inertgase, d.h. Gase ohne chemische Veränderungen und Reaktionen im Stoffwechsel, so stellt man einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer relativen Narkosewirkung und ihrer Fettlöslichkeit fest.

    Nimmt man die relative Narkosewirkung von N2 mit 1 an, so ist die relative Narkosewirkung von He (=Helium) kleiner als 1/4, die Narkosewirkung von Ar (= Argon) aber fast 2 1/2-mal so groß wie die von N2. Ein Vergleich der Bunsen’schen Löslichkeitskoeffizienten in Öl bei 37° C zeigt, dass die Gase mit der größeren Narkosewirkung eine bessere Fettlöslichkeit besitzen als die Gase mit einer geringeren Narkosewirkung.

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